25 Mai, 2010 04:17
Neue Adresse
geschrieben von chaos, Kategorien [ Allgemein ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
da sich der Speicherplatz auf diesem Server langsam aber sicher dem Ende zu neigt, hab ich mir spontan einen neuen Blog eingerichtet.
Alles weitere dann unter der neuen Adresse.
So long, and happy towel day for everyone!
Phil
20 Mai, 2010 19:06
HongKong
geschrieben von chaos, Kategorien [ Reisevorbereitungen ][ (4) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Auf meiner letzten Reise habe ich leider eine wichtige Station verpasst. Hong Kong. Zum einen hat es nicht wirklich gepasst und zum anderen wollte ich ja umbedingt das Jackie Chan Museum sehen und das hat leider erst Oktober 2009 eröffnet.
Nachdem ich nun in den digitalen Weiten einen sehr preisgünstigen Flug mit Qatar Airways mir zu eigen machen konnte, werde ich das die kommende Woche nachholen. Selbstverständlich hab ich mir auch hierfür einige Mission gesetzt.
Jackie Chan Museum
Macao - Casino Rumble or How to become a Millionair
Shopping Shopping Shopping
und vor allem Essen!
Ok gut, hab mittlerweile auch rausgefunde, dass sich das Jackie Chan Museum in Shanghai befindet und ich auf die Schnelle kein Visum für China mehr bekomme, aber das bedeutet ja nur zweierlei. Zum einen muss ich dann demnächst mal nach Shanghai, und zum anderen hab ich dann einen Tag mehr Zeit das ganze im Casino verlorene Geld wieder zurückzugewinnen.
Off we go!
p.s.: Selbstverständlich werden wieder nach guter alter Sitte Missionen angenommen.
15 Mai, 2008 06:45
Choose My Mission - LeckerLecker - accomplished
geschrieben von chaos, Kategorien [ Choose My Mission ][ (3) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Til: 1. Hund und Hundeblutwurst essen
gehen, am besten selbst gebraten und gekauft auf dem Markt in Hanoi
(Adresse reich ich dir noch nach). Damit du nicht aus versehen was
falsches kaufst.
2. Hauptgang runterspülen mit
Schlangenschnaps.
Restaurant
"Quang Vinh", 256 Âu Co, Hanoi (nördlich des Westsees).
Telefon: +84 (0) 4 71 84 066
Anm.
d. Red.
Da
ich mir über die mögliche Wirkung der nachfolgenden Mission
auf den Verdauungstrakt sensibler Leser durchaus Bewusst bin, habe
ich auf detaillierte Umschreibung und Superlative verzichtet :)
Was für den westlichen Geschmack eher ungewöhnlich anmutet ist hier in Hanoi, wo Frösche und Wasserkäfer zum Seafood zählen, Alltag. Gut, man bekommt jetzt nicht an jeder Straßenecke gegrillten Hund serviert, aber im Norden Hanois gibt es ein Viertel dass sich auf die Zubereitung von Hunden spezialisiert hat. Die Adresse war schnell gefunden
und ich nahm im Hunderestaurant platz. Mein Magen versuchte zwar sich aus dem Staub zu machen, aber Mission ist Mission und so blieb meinem Magen nichts weiter übrig als wieder Platz zu nehmen und sich zu beruhigen.
Ich unternahm den Versuch dem Kellner klar zu machen dass ich jetzt gerne Hund essen wolle. Dieser allerdings war überrascht von meinen ausschweifenden Ausführungen.
Erst als ich in meinem für Vietnam unentbehrlichen, Icoon Buch auf das richtige Symbol deutete, war die Sache klar.
Der Kellner lächelte erleichtert und Pedro konnte aufhören, stilecht inkl. Beinheben und Bellen, wie ein Hund auf dem Boden herumzukrabbeln. Ein wenig später war der Tisch voll mit Hund in allen Variationen.
Zaghaft aß ich das erste Stück
und ich muss sagen, es war überraschend lecker. Am besten hat mir der gegrillte Hund geschmeckt.
Das Fleisch schmeckt ähnlich wie Rind, ist allerdings ein wenig feiner und hat diese leichte nasser Hund Note.
Überwindung kostete mich allerdings die Hundeblutwurst,
die ich nicht weiterempfehlen kann.
Für den zweiten Teil der Mission wählte ich einen anderen Austragungsort. Es gab in Hanoi auch ein Eigenes Schlangendorf, das, wie der Name schon vermuten lässt, auf die Zubereitung von Schlange spezialisiert ist. Mit dem Taxi ließen wir uns im Restaurant LinhLinh absetzten und man brachte uns vorbei an riesigen Glaessern mit eingelegten Kobras, Geckos, Maden, Fröschen und Echsen an unseren Tisch.
Wenig später präsentierte man uns eine lebendige Kobra die vor unseren Fuessen freigelassen wurde.
Wir bestanden darauf das diese sofort wieder einzufangen sei. Dieser Aufforderung wurde sofort Rechnung getragen und der Schlange wurden die Giftzähne entfernt und uns das noch Schagende Herz der Kobra auf einem Teller präsentiert.
Zu dem nach wie vor schlagenden Herzen gesellte sich frisches Kobrablut
und ein Schuss Vodka. Dieses abenteuerliche Gebräu wird dann als Kurzer kurzerhand oral eingenommen.
Den Rest der Schlange gab es dann hundeähnlich auf verschiedenste Art zubereitet.
Und ich muss zugeben Hund schmeckt besser.
Mission erfüllt!
Euer Kobraphil
12 Mai, 2008 16:21
Good morning Vietnam
geschrieben von chaos, Kategorien [ Vietnam ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
und mannigfaltige Shoppingmoeglichkeiten. Per Zufall erfahre ich, dass mein Gepäck, entgegen der Behauptung der indonesischen Quantasmitarbeiterin, nicht automatisch auf meinen Weiterflug am naechsten Tag eingecheckt wird. Wenn ich allerdings mein Gepäck abholen will, muss ich die Transferzone verlassen und sozusagen nach Singapur einreisen. Das wiederum impliziert aber, dass ich die Nacht außerhalb vom Flughafen verbringen muss, da der Check-in erst um 06.00 Uhr öffnet und ohne Boardingticket komme ich nicht wieder in den Flughafen. Dabei mag ich doch Zufälle an sich recht gerne.
Die freundliche Dame an der Information beruhigt mich, und meint dass sei kein Problem, mein Gepäck wird solange im Lost&Found verwahrt. Da ich bereits mehrfach in Asien war und mein Vertrauen in das asiatische Organisationstalent in der Vergangenheit ein wenig gelitten hat, telefonierte ich noch dreimal mit dem Lost&Found und versuchte sicherzustellen, dass sich irgendjemand um mein Gepäck kümmert. Kein Problem mein Gepäck sei bereits abgeholt worden und steht fuer mich bereit, war die Aussage bereits beim zweiten Telefonat.
Den Flughafen zu verlassen kommt für mich nicht in Frage. Zum einen bietet die Transferlounge alle Annehmlichkeiten für eine geruhsame Nacht, und zum anderen wird mir ganz bange um mein Budget angesichts der feilgebotenen elektronischen Geräte alleine auf dem Flughafen und ich wage es kaum mir vorzustellen was man alles in Singapur selber kaufen könnte. So vertraue ich darauf, dass mein Gepäck beim Lost&Found ist und versuche kein Mp3Player, Solarakku, ferngesteuerte Roboter u.a. zu kaufen. Stattdessen lasse ich mir lieber die Fuesse massieren, selbstverständlich kostenlos.
Nach ein paar Stunden Schlaf, verlasse ich die Transferzone und reise nach Singapur ein um mein Gepack zu holen. Allerdings besitzt der Lost&Found keinerlei Kenntniss über den Verbleib meines Rucksacks und meint ich hätte doch anrufen sollen. Ich vermeide diese Diskussion und mache mich selbständig auf die Suche. Sehr bald schon finde ich meine Rucksack einsam und verlassen auf dem Gepäckband, wo er schon die ganze Nacht gelegen hat.
Zusammen mit meinem Rucksack, den anscheinend nur ich haben will, checke ich ein und zwei Stunden später landet das Flugzeug in Saigon - Vietnam.
Saigon hat nicht mehr viel von dem Flair der franzoesischen Besatzung. Wo von es allerdings jede Menge hat sind Mopeds. Man bekommt den Eindruck, dass sämtliche Insassen Saigons (Ho Chi Minh City) gleichzeitig auf eben jener Strasse unterwegs sind die man selber gerade überqueren möchte.
Unweigerlich fragt man sich wo den diese Blechlawine hin will. Später erfahre ich, dass das Mopeds für ein frisch verliebtes Pärchen der einzige Zufluchtsort vor den Eltern sind. Das erklärt ungefähr die ersten 100.000 Mopeds die gerade vorbeifahren, aber wo die anderen 428.967 hinwollen habe bis heute nicht herausgefunden. Der Verkehr ist auf jeden Fall enorm, und gehorcht seinen eigenen Regeln. Alleine der Versuch die Straße zu passieren ist Anfangs mehr eine Sache von Augen zu und durch. Später wenn man den Bogen raus hat, macht es auf eine gewisse masochistische Art Spaß. Der Trick beim überqueren einer Straße ist, sich langsam und kontinuierlich durch den vorbeifließenden und ständig hupenden Verkehr zu bewegen. Man sollte auf keinen Fall hektische Bewegungen machen, stehen bleiben oder sich auf halbem Weg überlegen dass es im Hotel doch viel schöner ist und umkehren. Solche, für die anderen Verkehrsteilnehmer vollkommen unvorhergesehenen Manöver, führen zu einem unansehnlichen Ende der eigenen Existenz. Über den Verkehr in Saigon könnte man ganze Abhandlungen verfassen und ich bin mir sicher, dass dies bereits jemand getan hat und verweise fuer weitere Recherchen auf eben jene Enzyklopädie Traffica Diabolica.
Da mein Gesicht bereits ein wenig eingewachsen war
beschloss ich mir meinen Bart bei einem, diesmal professionellen Friseur, stutzen zu lassen. Und etwas besseres haette mir nicht passieren können. Schon wenige Augenblicke nach dem Betreten des Hair-Saloons, der sich durch das Vorhandensein von professionellem Friseurzubehör deutlich von einer Sandalenmanufaktur unterschied, scharrten sich drei vietnamesische Mädchen, jeweils mit einem Rasiermesser bewaffnet, um mich und begannen leise vor sich hin kichernd mit dem chirurgischen Eingriff. Nach etwa einer drei viertel Stunde waren Sie mit der Rasur zufrieden und mein Gesicht war glatter als ein Babypopo.
Anschließend wurden mir noch die Haare gewaschen und der Kopf massiert. Ich beschloss hier nie wieder weg zu gehen.
Wenig später machten wir uns in Richtung Norden nach Hanoi auf, wo ich noch eine Mission zu erledigen hatte.
03 Mai, 2008 09:05
Mission - Meister der Schere - accomplished
geschrieben von chaos, Kategorien [ Choose My Mission ][ (2) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Gynne & Rosi - Auf Reisen gehen, heisst auch Veraenderungen im eigenen denken, handeln und aussehen zuzulassen! Bei der auszufuehrenden Mission handelt es sich um eine einfache Aufgabe, auszufuehren in Flores. Einmal in Labuan Baju zum Friseur gehen und dem Meister der Schere freie Hand lassen!!! Das Ergebnis bitte online dokumentieren, alte Walotte;-). Yeahaa.
Es ist denke ich nicht weiter verwunderlich das ich wenig Lust auf diese Mission hatte, ich mag meine Haare so wie sie sind, aber Mission ist nun mal Mission. Nachdem ich mich in Labun Bajo einige Tage mental auf diese Mission vorbereitet habe, nutze ich einen tauchfreien Tag um diese Mission zu erfuellen. Zuerst dachte ich, es gaebe vielleicht gar keine Friseure in Labuan Bajo, aber da habe ich mich getaeuscht. Es gibt zumindest Leute die vorgeben Friseur zu sein. Ich waehlte den Saloon Nike als Austragungsort.
Dort empfing mich ein stockschwuler Indonesier mit angsteinfloessendem Haarschnitt und wenn schon nicht der Friseur selber, so haette mir wenigstens die Auswahl an angebotenen Frisuren eine deutliche Warnung sein sollen.
(das ist kein 80er Jahre revival, sondern grausame Aktualitaet)
Allen augenscheinlichen Warnung zum trotz nahm ich im Friseurstuhlplatz und gabe dem Meister der Schere das Zeichen loszulegen.
(das Lachen soll nur ueber meine Nervositaet hinwegtaeschen um den Friseur nicht noch zusaetzlich zu verwirren)
Ohne weiter Unterhaltung in der Art von ¨Wie haetten Sie es denn gerne¨ legte das kleine Maennchen los und selbst mir, der seit ueber 15 Jahren keinen Friseur mehr von innen gesehen hatte, war sofort klar, er kann gar nichts. Es war schon ein Wunder das er keine Nagelschere benutzt hat.
Und das Grauen nahm seinen Lauf. Wie ein wildgewordener Hobbyamateur, der er nunmal war, arbeitete er sich durch mein Haupthaar das sein unruehmliches Ende auf dem Boden dieser Sandalenmanufaktur (Sandalenmanufaktur ist als Beschreibung fuer diesen Laden genau so zutreffend wie Friseursaloon), landete.
Und nach nur wenigen Minuten hatte das Martyrium dann ein Ende. Obwohl ich mir nicht sicher bin ob es nicht besser gewesen waere wenn er einfach bis zum bitteren Ende weitergeschnitten haette.
(Warum ich auf diesem Bild immer noch Lache ist mir voellig schleierhaft, ich vermute mal es ist immer noch das Laecheln vom Anfang das durch den Schock erstarrt ist. Oder ich freue mich einfach nur, dass er mir keine Straenchen verpasst hat. Persoenlich habe ich nur noch ganz verschwommen Erinnerung an meinen Besuch in der Sandalenmanufaktur)
Mission accomplished!
Euer Prinz Eugenius Phil
03 Mai, 2008 05:41
Nach Neuseeland geht es langsam wieder zurück in Richtung Berlin. Aber es schadet auch nicht wenn man sich für den Weg nach Hause etwa 5 Wochen Zeit und vier weitere Länder vornimmt. Und so ging es von Christchurch über Melbourne, welches sich glücklich schätzen darf den am schlechtesten ausgeschilderten Flughafen mit den meisten Verspätungen sein eigen zu nennen, nach Denpasar auf Bali in Indonesien.
Als ich das letzte mal vor sieben Jahren in Indonesien war, musste ich Bali nach nur drei Tagen verlassen. All diese partysuechtigen Australier in Kuta sind schwer zu ertragen wenn man einerseits in Kuta das erste mal auf Horden von Australiern trifft und sich andererseits auf ein Indonesien fernab von dem ueblichen Tourischmoder vorbereitet hat. Diesmal war das anders. Zum einen waren gar nicht so viele Australier vor Ort und ich hatte ja bereits Erfahrungen im Umgang mit den Mates sammeln koennen und zum anderen erwartete mich Rosi am Flughafen. Rosi ist zusammen mit Gynne vor etwa einem halben Jahr nach Jakarta gezogen. Beide kenne ich aus Berlin und Ihnen gilt auch mein Besuch in Indonesien. Und es tut gut endlich wieder auf bekannte Gesichter zu treffen. Dank Rosis hervorragenden Kenntnissen der indonesischen Sprache löste sich das ansonsten so vortrefflich anstrengende und omnipräsente indonesische Mischmasch in harmlose kleine Stückchen auf. Ohne das ich mich großartig um irgendetwas kümmern musste, waren wir schon am naechsten Tag unterwegs nach Amed im osten Balis. Unterwegs genoss ich die vorbeiziehenden Reisterassen,
war jedoch ein wenig irritiert da ab und zu Worte wie Vulkan und Besteigung an mein Ohr drangen. Ich ersetzte diese einfach durch Tauchen und Mangosaft und wand mich wieder den vorbeiziehenden Reisterassen zu.
Nach vier Stunden waren wir im Amed, in einem mondänen Bungalow direkt am Strand

(Fruehmorgendliche Blick vom Bett aus auf das nahe Meer)
und ich fügte meiner Liste der Dinge die ich ändern werde sobald ich erstmal die Weltherrschaft an mich gerissen habe, das jähe Ende der Nicht-Mangosaison hinzu. Und auch wenn man es mir bereits droelfzehnmal gesagt hat, werden ich nicht aufgeben und in jedem Restaurant in jeder Bar und in jedem Hotel auch weiterhin, zumindest den Versuch unternehmen, Mangosaft zu bestellen. Was selbsverstaendlich vollkommen sinnlos ist, da eben nun mal keine Mangosaison war. Aber das nur so nebenbei. Und waehrend wir vor unserem Bungalow sassen und keinen Mangosaft tranken, sah ich aus dem linken Augenwinkel ein steile Wand empor in den Himmel steigen. Ich machte schnell die Augen zu und wandte mich nach rechts ab. Aber es half nichts, fuenf Minuten spaeter war die steile Wand immer noch da und die Wolken gaben die Sicht auf einen etwa 3200 Meter hohen Vulkan frei.

(Agung, der hoechste und steilste Vulkan auf Bali )
Rosi grinste und bestätigte mir das es sich dabei tatsaechlich um den Vulkan handelt dem die geplante Besteigung gewidmet ist, sobald Gynne eintraf. Meine Beine durchfuhren Schmerzen und die Sinnlosigkeit des Bergwanderns/steigens manifestierte sich immer tiefer in meinen Gehirn. Aber Amed war zum Glück auch ein vortrefflicher Ort um meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen und mich von dem bischen Vulkan abzulenken. Tauchen!

(auf dem Weg hinaus zum Riff im komfortablen Einbaum)
Im ersten Divecenter empfing uns ein unfreundlicher Holländer mit nervösen Zuckungen. Irritiert von der Unfreundlichkeit des Holländers, seinen Preisen und vor allem seinen permanenten Ganzkörperzuckungen verließen wir ganz schnell dieses Divecenter und freut uns um so mehr als uns wenig später bei Eco-Dive ein immerfröhlicher französischer Rastafari ganz begeistert von den hiesigen Tauchplätzen vorschwaermte. Und so verbrachten wir die nächsten Tage in mitten von wunderschönen Korallengaerten und bunten Fischen.
Nach zwei Tagen gesellte sich Gynne zu uns und zusammen betauchten wir die umliegenden Riffe und Wracks.

(das dynamische Trio, Gynne, Rosi und meinereiner)
Alles haette so schoen sein koennen, doch die Vorbereitung für die Besteigung des Agung liefen auf vollen Touren. Bereits in der Nacht vor der Besteigung wurde ich jäh geweckt um den Agung zu besteigen. Aber es stellte sich heraus das der Guide sich im Datum vertan hatte und einen Tag zu früh auf den Berg wollte. Am Tag der Besteigung war an Schlafen nicht zu denken, zu tief sass der Schock der letzten Nacht. Und um 00:30 Uhr in der Nacht war es dann soweit. Der Guide brachte uns zum einem Kloster am Fuße des Vulkans und wir begannen um ca. 02:00 Uhr mit dem Aufstieg. Nach einigen hundert Meter machte sich die balinesische Ente die wir zum Abendessen verzehrt hatten deutlich bemerkbar. Nach drei Stunden Aufstieg und ca. 500 Meter unterhalb des Gipfels zwangen mich starke Mangenkraempfe zur Aufgabe. Natuerlich ist mir klar das mir das niemand glauben wird, wo ich mich doch bereits allzu deutlich darueber ausgelassen habe wie begeistert ich von der Idee den Mount Agung zu besteigen, war. Aber noch weniger als das Besteigen von Bergen und Vulkanen mag ich halbe Sachen. Und jetzt wo ich schon mal da war hätte ich den Gipfel schon gerne besucht. Aber es sollte nicht sein. Gynne, Rosi und Thorsten setzten den Aufstieg fort während ich es mir unterhalb des Gipfels bequem mache um auf den Sonnenaufgang zu warten. Und bequem ist hierbei direkt proportional zu der Anzahl der Klamotten die man anhat. Denn so ganz ohne Sonne ist es hier saukalt. Eine Stunde später kündigt sich der Sonnenaufgang allmählich an.
Und schon bald stand ich inmitten eines atemberaubenden Schauspiels aus Wolken und Licht.

(Ich denke mein Grinsen beweisst das mit der Ente irgendetwas nicht gestimmt hat)
Nachdem die Sonne wieder in der Lage war Waerme zu spenden, machten wir, der Guide und ich, uns an den Abstieg. Der Weg nach unten ist gepflastert mit kaputten Sandalen, welche die indonesischen Pilger zurueckgelassen haben. Unser Guide probiert sie alle aus, und wechselt auf dem Weg nach unten insgesamt drei mal sein Schuhwerk. Ich helfe gerne dabei und mache mit bei der Jagd nach der perfekten Sandale. So vergeht der Abstieg wie im Flug. Nach dem Abstieg, alls alle wieder vereint sind, fahren wir zurück nach Legian und verbringen noch einen gemütlichen Tag zusammen am Strand.
Zu mehr als gemütlich sind wir auch alle nicht mehr fähig. Am nächsten Morgen muss Gynne leider wieder zurück nach Jakarta und Rosi und ich besteigen eine kleine zweimotorige Maschine die uns nach Labuan Bajo auf Flores fliegt. Labuan Bajo ist der beste Ausgangspunkt wenn man vor Komodo tauchen will. Und genau das ist unser Plan. Zudem habe ich hier vor sieben Jahren den weltbesten Tintenfisch in Erdnusssoße gegessen. Nicht weiter verwunderlich dass ich sofort das Gardena ansteuere, jener Ort wo ich vor sieben Jahren so vortrefflich gespeist habe und mir sofort ungeachteter der Uhrzeit eben jenen Tintenfisch bestelle. Und dann nach sieben Jahren ist es endlich soweit und das langersehnte Essen steht vor mir auf dem Tisch und die Tränen in den Augen.

(Tintenfisch in Erdnusssosse - definitiv eine Reise wert)
Die nächsten zwei Tage esse ich nichts anderes.
Labuan Bajo selber hat sich nicht wirklich verändert und ist immer noch ein hübsch hässliches kleines Dorf.

(reges Treiben auf der Haupstrasse von Labuan Bajo)
mit wunderschoenen Sonnenuntergaengen.
Der Ablauf der folgenden Tage ist immer recht ähnlich, in der früh aufs Boot,
zwei bis drei Tauchgänge in einem der besten Tauchspots weltweit, ärgern und fluchen über den Diveguide und das angeborene indonesische Organisationstalent, Abendessen und ein zwei Bierchen mit den sympathischen Mittauchern wobei auch hier wieder die zeitweilige Unfähigkeit der BajoDive Tauchschule thematisiert wird. So etwas schweißt ja bekanntlich zusammen. Aber das Tauchen hier ist wirklich erstklassig und das beste was ich bisher gesehen habe. Da nimmt man dann auch gerne die extrem starken Strömungen in Kauf, die einem durchaus den Regulator (das Ding mit dem man unter Wasser atmet) aus dem Mund stroemen und sich anfuehlen wie plötzlich auftretender starker Wind der einem ins Gesicht blaesst. Und wenn diese Strömungen dann auch noch beschließen einen mal zur Abwechslung nach unten zu ziehen, dann kann dass schon sehr lustig werden, hihi. Nachfolgenden und ohne Umschweife ein paar Impressionen aus der Welt unterhalb von Komodo.

(Sepia, sehr schoen und sehr lecker)

(Diese Qualle wollte umbedingt mit mir spielen)

(Scorpionfish, giftig und reglos, zumindest solange bis man ihm zu Nahe kommt)

(Riesenmuraene, auch sehr verspielte Tierchen)

(Die Kroenung meiner Tauchgaenge vor Komodo. Ein majestaetischer Manta-Rochen! Leider war die Stroemung viel zu stark und ich hatte schon erhebliche Muehe so Nah hernazukommen, an ueberholen war nicht zu denken.)
(Eine Seeschlange - Mit das giftigste Tier unter Wasser!)
Die letzten zwei Tage verbrachten wir ueber Wasser, denn schliesslich hatte ich hier ja auch noch eine Mission zu erfuellen. Und viel zu schnell waren wir wieder zurueck auf Bali wo sich unsere Wege wieder trennten. Rosi musste zurueck nach Jakarta und ich bereitete mich auf meinen Weiterflug nach Vietnam, wo Pedro schon auf mich wartete, vor.

(Pedro uebt schon mal das Abholen meinerseits vom Flughafen)
Aber ich war nicht das letztemal hier, Gynne und Rosi - prepare for more :)
22 April, 2008 13:28
Mission - Bundyrum - accomplished
geschrieben von chaos, Kategorien [ Choose My Mission ][ (4) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Katharina und Nico - ...und du musst umbedingt den Bundyrum probieren.
Diese Mission war eigentlich fuer Australlien gedacht. Und Katharina hat mich, als ich bereits in Neuseeland war auch nochmal darauf aufmerksam gemacht, das mir da anscheinend eine Mission durch die Lappen gegangen ist. Und das darf natuerlich nicht sein! Und so habe ich halb Neuseeland auf den Kopf gestellt um diesen sagenumwobenen, australischen Bundyrum zu finden. Allerdings ohne Erfolg. Bis ich dann in Christchurch endlich fuendig wurde. Dort hat man mir dann erklaert das Bundyrum ein Synonym fuer Bundabergrum ist und ab da war die Sache recht einfach, da ich gerade zufaellig in einem Liquor-Shop stand der eben jenen Rum vorraetig hatte. Ich kaufte sofort eine Flasche packte diese umhuellt von droelfzehn t-shirts in meinen Rucksack und machte mich auf den Weg nach Indonesien wo ich die Flasche zusammen mit Rosi, Gynne und Thorsten sehr genossen habe.
Der Rum schmeckt wirklich lecker und anderst als die Rumsorten die man aus Suedamerika kennt. Was mir allerdings raetselhaft bleibt ist, warum auf einem australischen Rum ein Eisbaer als Wappentier verewigt wurde.
22 April, 2008 03:55
Neuseelands best gehuetetes Geheimniss
geschrieben von chaos, Kategorien [ Neuseeland ][ (1) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Neuseeland hat eine Schattenseite von der so gut wie gar nicht berichtet wird. Und das ist doch sehr merkwuerdig da sich, ist man dann schon mal in Neuseeland, fast jeder darueber auslaesst. Doch hierzulande hoert man recht wenig ueber die Armee des Schreckens die vor allem auf der Suedinsel einen bis aufs Blut aussaugt. Waehrend der letzten 16 Jahre habe ich alle Neuseelandbesucher die ich getroffen habe, gebeten mir alles schlechte an Neuseeland aufzuzaehlen, und meistens bekam ich nur als Antwort, es gaebe nichts. Mit dieser Glorifizierung muss schluss sein. Es gibt sehr wohl etwas. Schwaerme von Sandfliegen, die unabhaengig von Tageszeit, Wetter oder sonstigen Einfluessen einen erbarmungsloss attackieren und das Blut absaugen.
Auch sollte man sich nicht von der Namensgebung irrefuehren lassen. Sandfliegen ignorieren vollkommen das es sie eigentlich nur im Sand geben sollte und bewohnen Straende, Waelder, Wiesen und Fluessetaeler. Sie sind einfach ueberall! Sandfliegen unterscheiden sich grundsaetzlich von Mosquitos, die im Vergleich geradzu lieblich und friedlich erscheinen. Waehrend Mosquitos unkontrolliert um einen umher schwirren, sich nach einer laengeren Anflugphase dann auf einem beliebigen Hautareal niederlassen und sich mit einer Handbewegung wieder verscheuchen lassen, wissen Sandfliegen genau was sie wollen. Kaum hat man das Auto verlassen stuerzen sich binnen Sekunden Scharren von hunderten dieser etwa fruchtfliegengrossen schwarzen Monster auf einen. Voellig zielgerichtet und erbarmungslos lassen sie sich durch nichts abhalten. Sobald diese gelandet sind, beissen sie sofort zu. Und das ist nicht wie bei Mosquitos ein kleiner Stich der kaum auffaelt, nein das ist schon ein richtiges Beissen, das jedem mit einem Puls groesser Null die Gesischsmuskeln entgleisen laesst. Und dann wird erbarmungslos gesaugt. Anfangs erinnert der Stich in etwa an Bremsen die sich gerne in Gewaessernaehe aufhalten um man wiegt sich in truegerischer Sicherheit, hat man sich erstmal wieder im Auto oder Wohnung verschanzt. Denn einige Tage spaeter, wenn man die kleinen unmerklichen Stiche fast vergessen hat, fangen diese an bestialisch zu jucken. Wenn man jetzt den Fehler macht sich zu kratzen landet man in der Juckhoelle und man kann gar nicht anderst als sich zu kratzen. Das jucken wird immer schlimmer und raubt einem nicht nur den letzten Nerv sondern auch den Schlaf. Unweigerlich kratzt man sich blutig. Und nach nur wenigen Tagen sehen die Beine aus wie nach einem Fahrradunfall. Schuerfwunden uber das ganze Bein verteilt. Und das ist keines Falls uebertrieben. Auf der Suedinsel trifft man viele, deren Beine vollkommen blutig gekratzt und vernarbt sind. Das einzig gute an der Penetranz mit der die Sandfliegen attakieren ist, dass sie sich nicht verjagen lassen und somit, und im Gegensatz zu Mosquitos, eigentlich immer mit einem gezielten Schlag, noch auf der Haut erledigen lassen. Das ist zumindest eine kleine Befriedigung. Das einzige was wirklich hilft ist die Einnahme von Vitamin B. Allerdings braucht das Vitamin B einige Zeit bis es sich in der Haut bemerkbar macht und so rate ich jedem Neuseelandbesucher bereits vier Wochen vor der Reise damit zu beginnen Vitamin B z.B. als Kapseln zu sich zu nehmen.
21 April, 2008 05:33
Dem geneigten Leser mag vielleicht aufgefallen sein, dass ich mit meinem Blog ein wenig der Zeit hinterher bin. Im Moment sitze ich in der Hostelbar in Christchurch,

geniesse das vorerst letzte neuseelaendische Bier und bereite mich auf meinen Weiterflug nach Indonesien vor. (Was auch allerhoechste Zeit wird, da hier bereits der Herbst einzug gehalten hat und die Temeparturen sich nachts um den Gefrierpunkt bewegen) Fuer diese Verschiebung im Zeitkontinium gibt es selbstverstaendlich einen guten Grund. Aber alles der Reihe nach.
Nachdem ich in persoenlicher Bestzeit den Mount Tongariro bestiegen hatte, und fuer mich selber herausfand, dass es keinen Unterschied macht ob es bergauf oder bergab geht, solange nur ein Berg involviert ist. Verbrachte ich noch eine Nacht in Whakapapa, dass war ich meinen Beinen einfach schuldig, und fuhr am uebernaechsten Tag weiter in Richtung Palmerstone North. In Palmerstone North ¨musste¨ ich eine Mission fuer meinen zukuenftigen Arbeitgeber absolvieren. Wobei das ¨muss¨ vielmehr den aktuellen Zustand meines Budgets wiederspiegelt als irgendeine Art von Druck die von Seiten eben jenes Arbeitgebers ausgeuebt wurde, ganz im Gegenteil. Ausserdem war ich gerade in der Naehe. Und ich war auch nich abgeneigt mal wieder zwei Tage in nem Hotel mit richtigem Bett zu schlafen. Zumal in Neuseeland ein Whirlpool fast immer obligatorisch ist.
Nach drei Tagen in Palmerstone North, welches auch gerne als Big Smoke bezeichnet wird, und dass einfach nur weil es die groesste Stadt weit und breit ist, ging es weiter nach Wellington.
Wellington ist ein lebendige, interessante Stadt, voll mit netten Menschen und einer gesunden Undergroundkultur. Also genau das Gegenteil von Auckland. Hier kann man sich nicht nur das Auto von leicht bekleideten Damen waschen lassen,
kostenlos, sieht man mal von den horrenden Parkgebuehren ab, das wirklich hervorragenden Te Paka Museum besuchen, oder einfach nur die Seele in einer der vielen schmalen Gassen mal ein bischen freien Lauf lassen.
Schon nach wenigen Minuten in Wellington konnte ich dem Schild ueber mir recht Geben. Auf dem Schild stand in grossen blauen Buchstaben auf schwarzem Grund ¨Be happy, you woke up in Wellington and not in Auckland¨.
Den letzten Abend konzentrierte ich mich darauf die Faehre auf die Suedinsel zu verpassen. Und beinahe haette ich es auch geschafft. Konklusio, die Spitzengeschwindigkeit meines Spaceship betraegt 150 km/h und ja, man kommt im Berufsverkehr in 15 Minuten von Lower Hutt zur Faehre in Wellington.
Meinen Wecker zerlegte ich anschliessend, noch in der Autoschlange zur Faehre, in klitzeklitzekleine Einzelteile. Legte diese vor mein Auto und fuhr ganz langsam darueber hinweg, Schmolz die Ueberreste mit meinem Feuerzeug wieder zusammen, nur um die entstandene Masse die nur noch entfernt an einen Wecker erinnerte, abermals in kleine Stuecke zerlegen zu koennen. Danach ging es mir besser.
Nach einer entspannt Ueberfahrt musste ich mich ,kaum in Picton angekommen, entscheiden. Erst die Westkueste oder erst die Ostkueste entlang. Ich wollte ja so viel wie moeglich von der vielbeschworenen Suedinsel sehen. Und mir blieben etwa drei Wochen Zeit. Ohne ersichtlichen Grund, eigentlich ohne irgendeine Art von Grund, spontan sozusagen, dreht ich mitten auf der Strasse in Richtung Marlborough-Sounds und Ostkueste um und freute mich auf die Westkueste. Nach einer weiteren Stunde kam ich in Nelson an. Und tat das was man in Neuseeland immer tut wenn man in eine neue Stadt kommt um dort einige Tage zu verbringen, und parkte mein Spaceship vor der hiessigen I-Site. I-Sites sind die neuseelaendischen Touristeninformationszentren die es in jeder groesseren Stadt gibt und das gesamte Spektrum an Freizeit- und Uebernachtungsmoeglichkeiten einer Region in Form von Infobroschueren bereithalten. Noch auf dem Parkplatz traf ich den Besitzer von Seakajak-Adventures. Ich informierte mich ausgiebig ueber die angebotenen Touren und entschied mich fuer eine drei-Tages Kajaktour durch den AbelTasmanNationalPark. Allerdings kam ich nie dazu mit einem Kajak durch den Nationalpark zu paddeln, denn als ich die I-Site, wieder verliess und gen Himmel sah, schwebte dort der Grund warum ich mit meinem Blog ein wenig der Zeit hinterher hinken sollte. Paraglider! Ich kehrte auf der Stelle um ging zurueck in die I-Site und machte der freundlichen und geduldigen I-Site-Mitarbeiterin klar, dass Kajaking an sich ne tolle Sache ist, aber Gleitschirmfliegen doch eher dem enspricht wonach mir im Moment der Sinn steht. Ich verabredete mich am Telefon mit der hiessigen Paragliderschule fuer den naechsten Tag um mich in die Kunst des Fliegens einfuehren zu lassen. Um 09.00 in der Frueh verliess ich meinen Strand,
an dem sich in Wohwagen lebende Rentner angewohent hatten fuer mich zu kochen, und fuhr in die Queenstreet 108 in Richmond bei Nelson. Zeitgleich mit mir traff ein weisser Mazda ein, dem ein vom Wochenende gebeutelter, leicht irritierter Mann entstieg. Er hatte wohl am Wochenende mit mehr als nur dem ganz normalen MischMasch zu tun gehabt. Seinem Telefonat konnt ich entnehmen, das er gerade von einer riessen Party aus Queenstown zurueckgekehrt ist und einen ordentlichen Kater hat. Wenig spaeter stellte er sich mir als mein Paraglide-Instructor vor. Er zeigte mir gleich nache dem obligatiorischen Austausch unsere beider Vorname, ein Video von sich in dem er einen Gleitschirm uber, unter und neben sich platzierte und das nahezu zeitgleich. Er kam gerade vom Acrofest in Queenstown. Einem internationalen Paragliderwettkampf, in dem diese Leute genau das tun wovor die Hersteller der Gleitschirme ausdrueklich warnen und beteuern das ihre Paraglider genau dafuer nicht gebaut sind. Wir fuhren auf eine Kuhwiese nahe Richmond
und nur kurze Zeit spaeter rannte ich einen kleinen Huegel entlang, fuehlte wie sich der Schirm mit Luft fuellte und meinem Koerper einen kleinen Schupps nach oben gab. Ich flog! Nich besonders hoch oder lang, aber ich flog. Dabei musste ich mich noch nicht mal neben den Boden fallen lassen. Gegen 16:00 Uhr war Dan, das war der Name den er gegen meinen getauscht hatte, der Meinung ich bin soweit um vom 50 Meter Huegel zu fliegen. Ich konnt es kaum erwarten. Als ich mit meinem Gleitschirm oben am Huegel angekommen bin, hatte ich ein flaues Gefuehl in den Knochen. Immerhin war das jetzt eine Hoehe die mir nichts dir nichts fuer Verletzungen vernab von Schuerfwunden gegenzeichnet und fuer jeden Knochenbruch einen Bonus bekommt. Doch kaum in der Luft ueberlagerte der Spass die Angst und alles lief einwandfrei. Gegen Abend versuchte ich bereits auf einer Kuh zu landen, die allerdings in bester Kuhmanier versuchte total desinteresiert auszusehen.
Am naechsten Tag ging es dann schon fuer drei Fluege auf einen 150 Meter hohen Startplatz. Danach war ich und Dan uns einig das ich einerseits so weit war um mit den grossen Jungs zu fliegen und andererseits nicht gewillt war noch einmal meinen Schirm (ca. 25 kg) 150m den Berg hoch zu tragen. Und dann, nur eineinhalb Tage nachdem ich das erste Mal einen Gleitschirm aus der Naehe gesehen habe, brachte man mich mit dem Auto hinauf auf den Barnicoat.
Einem der besten Gleitschirmspots in Neuseeland. Meine Adrenalindruesen liefen zu neuen Hoechstleistungen auf und wenige Augenblicke spater schwebte ich bereits 800 Meter ueber dem Boden und teilte mir den Luftraum mit den hiesigen Falken.

(ja das kleine schwarze Ding unter dem Schirm bin tatsaechlich ich)
Und schon wahrend meines ersten hohen und langen Fluges wurde mir eine Sache ganz deutlich bewusst. Die meisten Leute, mich eingeschlossen, haben eine vollkommen falsche Vorstellung vom Gleitschirmfliegen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Vom Boden aus betrachtet wirkt alles so sanft und geraeuschlos, wie in Watte gehuellt. Und dem ist ganz und gar nicht so. Da oben rauscht der Wind in den Ohren und man fuehlt sich eher in Stahlwolle als in Watte gehuellt. Jeder der bereits mit einem zweimotorigen Propellerflugzeug geflogen ist wird festgestellt haben, dass es, im Vergleich zu einer 747, wesentlich ruppiger zugeht. Abstrahiert man dies nun auf ein paar Quadratmeter Stoff die mit ein paar Leinen mit einem Sitz verbunden sind in dem sich der eigene Koerper befindet, kommt man der Realitaet schon sehr nahe. Hat man sich aber damit erstmal abgefunden und findet Gefallen daran mit 6-8 m/s zu steigen/sinken steht dem Spass in der luft und dem Spiel mit der Thermik, nichts mehr im Wege. Und wenn man sich erstmal mit einem grossen Raubvogel die Thermik teilt, gibt es kein zurueck mehr. Man ist gefesselt vom Traum zu fliegen.
Und genau das passierte mit mir. Nach drei Tagen habe ich den PG1 bestanden. Der PG1 ist der erste Teil der Pilotenausbildung und berechtigt einen dazu ueberhaupt daran zu denken seinen Gleitschirmschein zu machen. Jetzt stand ich vor einer schweren Entscheidung. Entweder weiter fahren und in den letzten verbleibenden Wochen die Suedinsel Neuseelands erkunden, oder in Richmond bleiben und mich zum Gleitschirmpiloten ausbilden lassen. Da das Wetter fuer das kommende Wochenende alles andere als gutes Flugwetter war, fuhr ich mit meinem Spaceship fuer ein paar Tage in die Golden Bay und liess mich zur Entscheidungsfindung in einem kleinen Dorf namens Takaka nieder. Hier gab wunderschoene Straende und das klarste Quellwasser der Welt.

(leider hat es gerade geregnet, aber man kann trotzdem ungefaehr erkennen wie klar das Wasser ist. Nur das Wasser unter der Arktis ist klarer und das ist kein Quellwasser)
Und alles war voller Hippies die sich in alternativen Kommunen selbst feierten und ihren Lebensstil ueber alles andere stellten, zudem rochen sie komisch. Sie erzaehlten mir von grauen und schwarzen Aliens und das wir alle im Jahr 2012 sterben werden.
(verstuemmelte Pflanzen wie diese sind immer ein deutlicher Hinweis auf eine in der Naehe lebende Hippiepopulation)
Mit einem fast unmerklichen Schmunzeln im Gesicht hoerte ich mir das alles an, doch als die Hippies mir dann ganz stolz kleine, farbig bedruckte Papierscheinchen zeigten und meinten das sei ihr eigenes Hippie-Geld, Hands genannt, konnte ich nicht mehr an mich halten und verfiel ob dieses Wiederspruchs in schallendes Gelaechter. Das war zuviel fuer die sensible Hippieseele und wenig spaeter verliess ich Takaka, fuhr zurueck nach Richmond und begann am naechsten Tag meine Gleitschirmpilotenausbildung.

(In Neuseeland zaehlt der Handschlag noch was und Dan und ich freuen uns uber die uns bevorstehende Zeit)
Da oben gab es wenigstens keine Hippies und die Suedinsel konnte ich mir auch von oben ansehen. Stew bot mir an in seinem Bus im Garten zu schlafen, dem Mutterschiff sozusagen

(Das Mutterschiff mit Kingsize-Bett, Strom und Kochstelle)
und in den naechsten zwei Wochen absolvierte ich ueber 42 Fluege (weit ueber 20 Stunden in der Luft) und zog mit Dan und Stew um die Haeuser.

(Stew und Dan denken sich gerade neue aeronautische Foltermethoden fuer mich aus)
Es gab Fluege da wuenschte ich mir lieber am Boden zu sein als in der Luft. Macht Bekanntschaft mit garstigen Dornbueschen und Wolken die einen in der Luft regelrecht einsaugten. Landete in Kuhwiesen weit ab vom Ziel und verfluchte auch schon mal die mich umgebenden Luftmassen die nicht gewillt waren mich landen zu lassen, es sei den in einem Baum oder einem Pfosten. Und Landungen in Baeumen sind ganz schoen uncool.

(Phils pole. Dieser Pfosten musste sehr unter meinen gezielten Landungen leiden und wurde nachdem ich ihn das drittemal umgeflogen habe nach mir benannt.)
Aber das Gefuehl zu fliegen mit nichts weiter als einigen qm Stoff und einigen Leinen ist unebschreiblich und der Ausblick einfach atemraubend.
Und dank Dan und Stew die mir in dieser Zeit wirklich sehr gute Freunde waren und mir eine erstklassige, wenn auch schwere Ausbildung zu Teil werden liessen stand ich nach wenigen Wochen und einer Pruefung in Luftrecht, Meteorologie und Aeorodynamik vor meiner letzten Pruefung. Um festzustellen ob ich den Gefahren der Luft auch gewachsen bin, musste ich ein rohes Ei mit Schale und eine rohe Zwiebel essen.

(Dan war am Vorabend besoffen und versprach mitzumachen, daher das doppelt Lottchen)
Dabei darf weder Ei, Schale oder Zwiebel den Mundraum verlassen.

(Dan und ich im Kampf gegen den Brechreiz)
Und nachdem auch diese Pruefung hinter mir lag, bin ich nun zertifizierter Gleitschimpilot und kann mir nun weltweit die Welt von oben betrachten. I love it!

(Ich und mein neuer Freund der Gleitschirm)
Und Rueckblickend betrachtet, bereue ich meine Entscheidung keines Wegs. Gut ich hab nicht wirklich viel von der Suedinsel gesehen, aber dafuer den neuseelaendischen Lebensstil sehr genossen

(San, die Frau von Stew, mit der Familiensammlung an Motorraedern, wenn nicht geflogen wird, wird Dirtbike gefahren)
und neue Freunde gewonnen und fliegen gelernt. Der Himmel und die Wolken werden fuer mich nie wieder die selben sein.
Euer FlyingPhil
20 April, 2008 11:31
Mission - Parkscheibe - accomplished
geschrieben von chaos, Kategorien [ Choose My Mission ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Shockwaverider - Eine kleine Mission am Rande: Finde raus, was das Neuseeländische (oder woauchimmer Du gerade bist) Äquivalent zur guten deutschen Parkscheibe ist und - falls es eines gibt - besorge ein Exemplar.
Weder in Australien noch in Neuseeland gibt es, wie schon vermutet, Parkscheiben. Allerdings existiert ein entsprechendes Aequivalent. Dieses ist meist schlecht bezahlt, uebergewichtig und hat totalen Spass daran lauter kleine Strafzettel an meine Windschutzscheibe zu heften.
An jedem zentral gelegenen Parkplatz, an welchem auch bei uns Parkscheibenpflicht herrscht, befinden sich niedliche kleine Schildchen, die Auskunft darueber geben wie lange denn hier geparkt werden darf.
Vorausgesetzt man findet diese kleinen niedlichen Schilder. (Meistens stehen gewalltige 4WD Offroadmonster davor und verwehren einem den Blick darauf.) Und sobald man sich auch nur einige Meter von dem Parkplatz hinweg bewegt, und sich in Sicherheit wiegt springt eben jenes Aequivalent aus dem Nichts auf den Bordstein und markiert mit einer blauen Kreide den Reifen.
Um exakt nach Ablauf der erlaubten Zeitspanne eben jene ueberhaupt nicht lustige Zettelchen an die Windschutzscheibe zu heften. Diese Person entspricht in Verbindung mit dem beschriebenen Vorgehen in etwa unserer Parkscheibe.
Was den zweiten Teil der Mission betrifft ¨- falls es eines gibt - besorge ein Exemplar.¨, hab ich alles versucht, allerdings hat Sie sich gewehrt und ich war auch nicht wirklich bereit, geschweige denn in der Lage, das Uebergepaeck zu bezahlen.
p.s.: Wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym Shockwaverider?


























































